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Superfoods – wirklich super?

Avatar of schmitz 23. April 2021, Familienleben

Superfoods sind in aller Munde. Doch wie gut sind sie für Mensch und Umwelt?

Superfoods. Das klingt schon irgendwie magisch. So ein bisschen wie Popeye reloaded – die älteren unter euch erinnern sich: Das war der Cartoon-Seemann, der irrsinnig stark wurde, wenn er Spinat aß.

Das und noch viel mehr versprechen heutzutage die sogenannten Superfoods, von Chia-Samen über Acai- oder Goji-Beeren bis hin zur Spirulina-Alge. Bei vielen Superfoods weiß man gar nicht, was das überhaupt sein soll – aber verheißungsvoll klingen Namen wie Lucuma, Nopal, Maqui oder Moringa allemal.

Werbeversprechen: Gut für die Gesundheit

Sie versprechen viel, wenn es darum geht, unsere Gesundheit zu schützen, unser Immunsystem zu stärken oder beim Abnehmen zu helfen, sei es durch Vitamine, Mikro- und Makronährstoffe, Enzyme oder Antioxidantien. Die Werbung wirkt: Tatsächlich sehen 48 Prozent der Bevölkerung Superfoods als Bestandteil einer gesundheitsbewussten Ernährung. Dies zeigt eine aktuelle repräsentative Befragung des Bundesinstituts für Risikobewertung(BfR).

 

Der Haken: Viele der ausgelobten gesundheitsfördernden Eigenschaften sind wissenschaftlich nicht bewiesen. Oder es werde Selbstverständlichkeiten ausgelobt, etwa der hohe Vitamin-C-Gehalt. Den haben auch Paprika, Brokkoli oder Rosenkohl. Außerdem kann der Körper gerade bei Vitamin C ohnehin nicht mehr als den Tagesbedarf aufnehmen – der Rest wird ausgeschieden.

Manche Produkte sind schadstoffbelastet

Übrigens werden nicht alle Superfoods auf gesundheitliche Unbedenklichkeit getestet, bevor sie in Deutschland auf den Markt kommen. Die Hersteller sind dafür verantwortlich, dass ihre Produkte keine gesundheitsschädlichen Rückstände aufweisen. Das gelingt nicht immer. In den Herkunftsländern gibt es vielfach einfach nicht genügend Kontrollen, was etwa den Einsatz von Pestiziden und Mineraldünger angeht.

So warnt die Verbraucherzentrale: „Es kommt immer wieder vor, dass als Superfood verkaufte Beeren, Samen, Algen oder getrocknete Pflanzen mit Pestiziden, Schwermetallen (z. B. Arsen, Cadmium), mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), Mineralöl oder krankmachenden Bakterien belastet sind. Bei Goji-Beeren werden regelmäßig Insektizide nachgewiesen, Produkte mit Meeresalgen enthalten häufiger viel zu viel Jod.“

Zu Risiken und Nebenwirkungen ...

Gegen eine Tasse Matcha-Tee oder ein paar Goji-Beeren im Müsli ist natürlich nichts einzuwenden. Nicht jedes Produkt ist unsicher und bekanntlich macht auch die Dosis das Gift. Dennoch gibt es ein paar Dinge, die man zum Thema Superfoods wissen sollte:

  1. Exotische Lebensmittel können Überempfindlichkeitsreaktionen oder Allergien auslösen.
  2. Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten sind möglich (z. B. bei Granatapfelkernen oder Goji-Beeren, im Zweifel sollte man sich ärztlich beraten lassen).
  3. In konzentrierter Form können manche Stoffe giftig sein (z. B. Cumarin).

Und dann ist da ja noch das Thema Nachhaltigkeit.

Superfoods haben lange Transportwege hinter sich, sei es im Flugzeug oder in Containerschiffen, bis sie auf unserem Teller landen. Klimafreundlich ist das nicht. Und auch die Umwelt leidet allzu oft. Für das „grüne Gold“ – die hierzulande so beliebte Avocado – werden beispielsweise in Peru oder Mexiko massiv Wälder gerodet.

Warum nicht mal heimische Superfoods?

Wer sich wirklich gesund und gleichzeitig nachhaltig ernähren möchte, kann auf heimische Superfoods zurückgreifen. Leinsamen statt Chiasamen. Dinkel oder Hafer statt Quinoa. Erdbeeren statt Acai-Beeren.

Guten Appetit – bleibt nachhaltig!

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