Energieversprechen - Blog

Öfters mal regional einkaufen

Avatar of schmitz 09. April 2021, Service, Familienleben

Geht nicht immer, aber öfter als man denkt: Wer Lebensmittel aus der Region kauft, tut sich selbst, den Bauern in der Nachbarschaft und auch der Umwelt etwas Gutes.

Kurz vor Ostern im Supermarkt: Der erste Spargel – meine Familie und ich, wir lieben ihn sehr. Dann sehe ich, dass es zwei unterschiedliche Sorten gibt, eine aus Deutschland, die andere aus Peru. Der Spargel aus Peru kostet weniger als die Hälfte. Ich kann es kaum glauben.

Wie kann das sein? Immerhin muss das südamerikanische Gemüse einmal um die Welt reisen, um frisch bei uns auf dem Tisch zu landen. Selbst wenn das Motto für die globale Vermarktung „Masse statt Klasse“ lautet, dürften die peruanischen Bauern kaum noch etwas daran verdienen. Und das Klima zahlt sowieso drauf: Denn verderbliche Lebensmittel können nicht wochenlang in Containerschiffen durch die Gegend schippern. Sie kommen per Flugzeug zu uns und verursachen dabei enorme CO2-Emissionen.

Global oder regional? Warum nicht beides?

In meinem Einkaufswagen liegen bereits eine Mango aus Brasilien, Ingwer aus China und Zucchini aus Spanien. Hmm. Wieder mal wird mir bewusst: Ich kaufe ständig Obst und Gemüse aus aller Welt ein. Dazu Kaffee aus Mittelamerika, Tee oder Reis aus Asien und Wein aus Südafrika oder Kalifornien. Warum also bringt mich jetzt der frische Spargel derartig ins Grübeln? Wenn ich ihn im Glas kaufe, mache ich mir auch keine Gedanken darüber, dass er fast immer aus China kommt.

Es liegt wahrscheinlich daran, dass ich in diesem Fall – anders als bei Mango oder Bananen, Kaffee oder Reis – eine echte Wahl habe. Ich könnte die regional erzeugte und damit nachhaltigere Alternative kaufen. Allerdings kostet die zumindest derzeit noch deutlich mehr, weil die Saison Ende März noch gar nicht richtig angefangen hat. Keine Frage, das muss man sich leisten können. Andererseits: Dann eben warten oder weniger kaufen, aber dafür so handeln, dass es sich gut anfühlt. Und wenn es Produkte aus anderen Ländern sein sollen, dann gibt es oft auch nachhaltige Alternativen, zum Beispiel aus Fairtrade-Landwirtschaft. Erzeuger in anderen Teilen der Welt sollen schließlich auch Geld verdienen. Man kann das Eine tun, ohne das Andere zu lassen. Also mal global und auch mal regional einkaufen – es ist immer gut, wenn Dinge im Gleichgewicht sind.

Darum lohnt es sich, öfters auch mal regionale Produkte zu kaufen:

1. Unterstützung lokaler Bauernhöfe und der Menschen, die dort arbeiten

2. Kürzere Transportwege, weniger CO2-Emissionen

3. Mehr Geschmack, mehr Vitamine: Je kürzer Obst und Gemüse transportiert werden müssen, desto später kann es geerntet werden, d. h. umso aromatischer und nährstoffreicher ist es.

4. Längere Haltbarkeit: Produkte, die nicht schon tagelang unterwegs waren, kommen frischer bei uns an und halten sich entsprechend länger.

Der Begriff „Regional“ ist übrigens gesetzlich nicht exakt definiert. Wenn also nur ganz allgemein „regional“ auf einem Produkt steht, kann es aus jeder beliebigen Gegend in Deutschland stammen. Daher sollte man auf zusätzliche Herkunftsangaben achten, wie zum Beispiel „Regional aus NRW“. Begriffe wie „Heimat“ oder „vom Bauernhof“ heißen alles und nichts!

Tipps fürs regionales Shopping

Auf dem Wochenmarkt werden viele Produkte aus der Umgebung angeboten. Nicht alles ist regional, denn es gibt natürlich auch eine Nachfrage nach landwirtschaftlichen Erzeugnissen, die gerade keine Saison haben oder hierzulande einfach nicht wachsen. Einfach mal nachfragen, woher der Anbieter kommt und woher die Produkte stammen.

Größere Bauernhöfe haben oft auch einen Hofladen. Auch das erfährt man vom Landwirt auf dem Wochenmarkt bzw. im Bioladen um die Ecke oder im Internet. Oft gibt es tolle Hofläden in der Nachbarschaft. Manche Bauernhöfe liefern auch Gemüsekisten mit Rezeptvorschlägen für saisonales Kochen.

Apropos „saisonal“: Es lohnt sich, Lebensmittel zu kaufen, die Saison haben. Denn dann schmecken sie am besten und sind außerdem günstig zu haben. Einen Saisonkalender für heimisches Obst und Gemüse gibt es hier

Wie immer freue ich mich über Kommentare und wünsche euch einen entspannten Frühling!

Neuer Kommentar