Dicke Luft und gute Vorsätze

Avatar of schmitz 13. Januar 2020, Service

Passend für den 1. Blogbeitrag in diesem Jahr habe ich mich für ein „Aufreger-Thema“ entschieden, das die Gemüter erhitzt. Schon seit Jahren gehen die Meinungen rund ums Silvesterfeuerwerk auseinander. Aber noch nie hat es so polarisiert wie beim Jahreswechsel 2019/2020.

Erste Städte und Gemeinden haben das traditionelle Silvesterfeuerwerk mancherorts verboten. Die Deutsche Umwelthilfe hat gegenüber 31 Städten mit hoher Luftbelastung das Verbot privater Silvester-Böllerei in Innenstädten beantragt. Und einige Geschäfte haben nicht zuletzt aufgrund des gestiegenen Umweltbewusstseins auf das lukrative Geschäft mit der Böllerei gänzlich verzichtet. Sie haben Feuerwerkskörper & Co gar nicht erst in ihr Sortiment aufgenommen. Alles nur verlogene Symbolpolitik fürs Image?

Feinstaub & Müll gehören zu Silvester …

… wie eben auch die Lebensfreude und das gemeinsame Feiern. Für viele Menschen gehören Raketen zum Jahreswechsel wie Geschenke zu Weihnachten – das ist einfach so! Fakt ist auch, dass die Feinstaubbelastung in der Silvesternacht und am Neujahrstag schlagartig in die Höhe schnellt und dass vielerorts die Grenzwerte überschritten werden. In diesem Zusammenhang hat das Umweltbundesamt berechnet, dass die in der Silvesternacht freigesetzte Feinstaubmenge in etwa 15 Prozent der Menge beträgt, die jährlich im Straßenverkehr erzeugt wird. Und der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) gab bekannt, dass allein in den fünf größten Städten in Deutschland – Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt am Main – am Neujahrstag rund 191 Tonnen Silvestermüll von den kommunalen Abfallentsorgern entfernt werden müssen.

Doppelmoral rettet die (Um)Welt nicht!

Keine Frage – mit der Böllerei schaden wir uns selbst. Und ich verstehe die Menschen, die saubere Luft fordern. Was ich aber nicht verstehe, ja, was mich sogar aufregt, sind die eingeschränkte Wahrnehmung und das heuchlerische Besserwissen einiger Menschen. Da fahren die das ganze Jahr mit ihren SUVs mal eben zum Brötchenholen zum Bäcker um die Ecke, fliegen bei ihren Wochenendtrips um die halbe Welt und erzählen stolz von der letzten Kreuzfahrt. Im gleichen Atemzug ereifern sie sich dann über das Silvesterfeuerwerk des Nachbarn und seine dramatischen Auswirkungen auf Umwelt, Mensch und Tier.

Darum wünsche ich mir …

… dass wir alle etwas bewusster mit dem Thema Nachhaltigkeit umgehen und gleichzeitig besonnen bleiben. Der erhobene Zeigefinger allein richtet erst einmal gar nichts aus. Wandel erreicht man nicht durch verbieten und überreden, sondern durch überzeugen!

Egal wie man es auch dreht und wendet – nicht alle Menschen lassen sich hierzulande die Lust am Feuerwerk nehmen. Und trotzdem sind sie keine schlechten Menschen, weil sie im Alltag vielleicht umweltbewusster und rücksichtsvoller leben, als so mancher Böller-Gegner.

Gute Vorsätze fürs neue Jahr

Ich für meinen Teil habe mir für 2020 vorgenommen, noch nachhaltiger zu leben und in die Vorbildrolle zu schlüpfen.

Naturstrom und umweltfreundliches Gas beziehen wir schon lange von der Stadtwerke-Tochter Energieversprechen. Statt Plastiktüten kommen Jutebeutel zum Einsatz und beim Einkauf achte ich mittlerweile selbstverständlich darauf, dass die Produkte möglichst regional bezogen werden. Und dass sie nicht unnötig verpackt sind. Aber es gibt noch viel mehr Dinge, die ich zugunsten des Umwelt- und Naturschutzes aktiv ändern möchte - und werde. Und damit es nicht nur bei den guten Vorsätzen bleibt, habe ich am Wochenende gleich einmal die Ärmel hochgekrempelt und losgelegt – im Vorgarten haben wir den alten Zaun abgerissen und durch eine Hecke ersetzt, die hoffentlich bald schon blühen und viele Insekten und Vögel anziehen wird.

Und was habt Ihr Euch für 2020 vorgenommen, um die Welt ein kleines Stück besser zu machen?

 

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1 Kommentare

Silvia

16. Januar 2020

So einiges - weniger Auto- und mehr Radfahren, keine abgepackten Salate mehr und bessere Mülltrennung.

Euer Blog ist übrigens super ... so herrlich authentisch!