Nachhaltiges Grillvergnügen ohne Reue

Avatar of schmitz 15. August 2019, Service, Familienleben

Ob mit Familie oder Freunden, auf dem Balkon, im Garten oder nahegelegenen Park – im Sommer grillen wir gerne und oft. Dabei achten wir bewusst darauf, unsere „Ökobilanz“ möglichst positiv zu halten.

Grillen nur mit Strom?

Während die einen auf schnell einsatzbereite Gasgrills schwören, sind andere von Elektrogrills überzeugt. Auch wir haben einen, und mit Ökostrom betrieben ist das unter Umweltgesichtspunkten sicherlich die perfekte Lösung. Das Gegenteil davon sind diese kleinen Einweg-Grills, bei denen viel Energie gebraucht wird, die Aluschalen überhaupt erst einmal herzustellen und die obendrein auch noch eine unnötige Ressourcenverschwendung sind. Aber Hand aufs Herz: Für uns gehört zum Grillen das Feuermachen auch irgendwie dazu und wir bekennen uns ziemlich oft zur „konventionellen Fraktion“.

Und dennoch sind wir auch dann nachhaltig unterwegs: Bei der Kohle achten wir darauf, dass wir nur heimische, zertifizierte Holzkohle nehmen, bei der wir uns sicher sein können, dass das Holz nicht illegal gefällt aus fernen Ländern kommt und auch keine Rückstände beispielsweise von Lacken oder Holzschutzmitteln enthält. Achtet auch ihr am besten auf die gängigen Holz-Siegel wie beispielsweise FSC, PEFC oder Naturland, die eine nachhaltige Holzwirtschaft belegen und das Prüfzeichen DIN EN 1860-2, das attestiert, dass ein gewisser Mindeststandard hinsichtlich Qualität und Umweltbelastung eingehalten wurde. Je mehr Menschen dies bewusst tun, desto besser für die Umwelt. Dann wird sich auch die enorme Menge an importierter Holzkohle nach Deutschland reduzieren, die das Statistische Bundesamt zuletzt im Jahr 2017 mit 215.000 Tonnen beziffert hat.

Achtsam Anfeuern

Wer wie wir einen Holzkohlegrill nutzen möchte, braucht etwas Zeit, ehe er das Grillgut auflegen kann. Manche verkürzen diese Zeit, indem sie chemische Anzünder verwenden, die zum einen umweltschädlich und zum anderen auch gefährlich sind. Wie schon bei der Holzkohle solltet ihr auch hier auf FSC-zertifizierte Produkte achten oder am besten gleich ganz drauf verzichten.

Im Netz findet Ihr mehrere DIY-Anleitungen, wie ihr selbst ökologische Grillanzünder herstellen könnt – beispielsweise aus Tannenzapfen oder aus alten Eierkartons und Sägespänen. Statt auf Brandbeschleuniger könnt ihr aber auch auf einen Anzündkamin aus Edelstahl setzen, mit dem wir jedes Mal erfolgreich starten.

Mehrweg statt Einweg – ist doch klar!

Auch wenn wir auswärts grillen, nehmen wir statt Pappgeschirr und Plastikbesteck unser robustes Picknick-Set aus Kunststoff mit, das wir bei Ausflügen immer wieder verwenden. Eine Alternative kann auch mehrfach verwendbares, biologisch abbaubares Geschirr beispielsweise aus gepressten Palmblättern sein. Salatschüsseln versehen wir mit wiederverwendbaren Silikonabdeckungen, selbstgemachte Soßen kommen in häufig genutzten Glasflaschen mit und auf Alu-Grillschalen verzichten wir schon lange, da sie nicht nur umwelt-, sondern überdies auch noch gesundheitsschädlich sind. Stattdessen haben wir eine Edelstahlpfanne, in der wir Fisch und Gemüse über dem offenen Feuer braten.

Selbst noch nicht ausprobiert, aber immer häufiger gesehen: Grillunterlagen aus nachwachsenden Rohstoffen. Hierbei wird das Grillgut in vorher mit Öl bestrichenen Kohl-, Rhabarber-, oder Maisblättern gebraten und die „Verpackung“ anschließend auf dem Kompost oder in der Biotonne entsorgt. So entsteht kein unnötiger Müll, der nur schwer abbaubar ist.

Umweltschonend und effektiv reinigen

So viel Spaß das Grillen über offenem Feuer macht, so lästig ist die abschließende Reinigung, bei der viele völlig unnötig zu chemischen Reinigungsmitteln greifen, die der Umwelt schaden. Mit ein paar Tricks und ökologischen Hausmittelchen geht´s erstaunlich schnell, alles wieder sauber und einsatzbereit fürs nächste Grillvergnügen zu bekommen.

Einfach nach dem Grillen den dreckigen Rost in feuchtes Zeitungspapier einwickeln und am nächsten Tag die Rückstände mit Stahlwolle oder einer Eisenbürste abreiben. Und noch ein Tipp: Wer schon vor dem Grillen den Rost mit Öl einreibt, hat hinterher weniger Arbeit, da sich in der Regel keine allzu hartnäckige Kruste bildet. Und die übriggebliebene Asche? Die könnt ihr perfekt als Pflanzendünger verwenden. Nachhaltiger geht es nicht!

Und wie seid ihr beim Grillen nachhaltig unterwegs? Verratet uns, was euer ganz persönlicher Beitrag zum Umweltschutz ist!

 

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4 Kommentare

Christian

04. September 2019

Wir müssen mit Strom grillen, weil wir nur einen kleinen Balkon haben und kein echtes Feuer machen dürfen ... und da haben wir ja euren Ökostrom ;-) ... und ein gutes Gewissen

Linda

26. August 2019

Noch ein Tipp

Wir grillen auch am liebsten über dem offenen Feuer und achten bei den Lebensmitteln darauf, möglichst nachhaltig zu sein. Statt der abgepackten Schweinerippe XXL zum Dumpingpreis aus dem Supermarkt holen wir lieber beim Metzger etwas Bio-Steak ... schmeckt sowieso leckerer. Dazu gibt´s dann viel Salat und gegrilltes Gemüse.

 

Als Pflanzendünger kann man übrigens auch ein anderes Abfallprodukt super nehmen - Kaffeesatz. Meine Pflanzen danken es mir :-)

 

Euer Blog ist übrigens super - so mitten aus dem echten Leben.

Andrea

20. August 2019

Eure Blogs sind echt super. Ich konnte mir schon viele wertvolle Tipps zum Thema Nachhaltigkeit holen. Danke dafür und weiter so!

Ben

19. August 2019

Bisher haben meine Freunde und ich beim Grillen nie wirklich darauf geachtet ob die Kohle zertifiziert ist. Beim nächsten Mal werde ich aber die ökologischere Alternative ausprobieren :)